Füssen spielt, Höchstadt siegt. Bei den bislang punktlosen Alligators setzte es für den EVF eine 1:2-Niederlage (1:0, 0:0, 0:2), die erste in der laufenden Oberligaspielzeit. Trotz Überlegenheit gerade in den ersten beiden Abschnitten versäumte es das Gästeteam, nach der frühen Führung weitere Treffer nachzulegen und wurde dafür am Ende bestraft. 41 Torschüsse gaben die Schwarz-Gelben laut offizieller Statistik in dieser Partie ab, Höchstadt dagegen nur 19. Dennoch reichte das für die Heimmannschaft zum Sieg, weil der EVF im Abschluss einfach die letzte Konsequenz vermissen ließ.

Dabei startete er sehr gut in die Begegnung, bereits das erste Überzahlspiel konnte in der dritten Minute zur Führung durch Christian Krötz genutzt werden. Von der blauen Linie beförderte er die Scheibe ins Netz, wobei sie vor dem Tor wohl noch von Marius Keller abgefälscht wurde, als Torschütze wurde aber der Verteidiger benannt. Füssen war auch in der Folge die spielbestimmende Mannschaft und konnte sich immer wieder im gegnerischen Drittel festsetzen, trotz guter Chancen, die beste für Tobias Meier aus kurzer Distanz, wollte aber der zweite Treffer nicht fallen. In diesem Abschnitt hatte der HEC insgesamt eigentlich nur zwei Tormöglichkeiten.

Das zweite Drittel sah weiterhin den EVF am Drücker, nach einem Check gegen Quirin Stocker auch zum zweiten Mal in Überzahl. Doch auch die Ostallgäuer mussten nun eine Strafe hinnehmen, und hier hatte Höchstadt eine gute Möglichkeit zum Ausgleich, der erstmals in dieser Saison eingesetzte Maximilian Meier im Füssener Tor hielt aber die Führung fest. Zwei weitere Powerplay-Situationen wurden vom EVF nicht genutzt, dabei hatte Martin Guth nach einem Abpraller das 0:2 quasi auf dem Schläger, brachte die Scheibe aber nicht über die Linie. Nach der zweiten Strafzeit in diesem Spiel kurz vor der Drittelsirene musste Füssen den letzten Abschnitt in Unterzahl beginnen.

Und hier nahm dann das Verhängnis seinen Lauf. Nach genau 30 Sekunden musste der EVF sehr unglücklich den Ausgleich hinnehmen, Ex-Nationalspieler Vitali Aab war der Torschütze. Füssen machte zwar weiterhin sein Spiel, doch der ganz große Druck gelang nicht mehr, zumal Höchstadt nun natürlich Morgenluft witterte und um jede Scheibe kämpfte. In der 51. Minute gelang schließlich Patrik Rypar das, was dem EVF nicht gelungen war und auch nicht mehr gelingen sollte: ein zweites Tor. Denn alle Bemühungen inklusive Herausnahme des Torhüters halfen nichts mehr. Es blieb beim 2:1 für Höchstadt, Füssen scheiterte schlussendlich an seiner eigenen Chancenverwertung.

Die nächste Chance auf Tore gibt es bereits am Sonntag, dann sind um 18 Uhr die Blue Devils Weiden am Kobelhang zu Gast.

 

Trainer Andreas Becherer (EV Füssen): „Ich habe meine Mannschaft gewarnt, Höchstadt hat heute mit viel Leidenschaft, Kampf und Herz gespielt. Im ersten Drittel haben wir für mich zu kompliziert und nicht geradlinig genug gespielt, im zweiten waren wir besser, haben aber bei den vielen Chancen ganz einfach vergessen die Tore zu machen, so etwas rächt sich. Höchstadt war immer dran und hatte nach dem Ausgleich dann die dritte Luft. Jetzt hat es uns erwischt, aber das können wir verarbeiten.” (MiL)

Tore: 0:1 (3.) Krötz (Velebny, Klein/5-4), 1:1 (41.) Aab (Maly, Mikesz/5-4), 2:1 (51.) Rypar (Maly, Neugebauer). Strafminuten Höchstadt 10, Füssen 8. Zuschauer 613.