Derbysieg! Vor über 1300 Zuschauern konnte der EVF auch sein drittes Oberligaspiel erfolgreich gestalten. Es war allerdings ein hartes Stück Arbeit gegen die defensiv eingestellten Gäste aus Sonthofen, um am Ende mit 4:1 (1:1, 2:0, 1:0) weitere drei Punkte an den Kobelhang zu holen.

Der ERC hatte aus den beiden Vorbereitungsspielen wohl seine Lehren gezogen und setzte auf eine defensive Taktik mit schnellen Kontern. Eine Vorgehensweise, welche dem Eissportverein nicht so recht behagte. Bereits in der 3. Spielminute lief man nach einem individuellen Fehler im gegnerischen Drittel in einen Konter, welchen der Ex-Füssener Vladimir Kames zum 0:1 abschloss. Nur drei Minuten später konnte aber auch das Heimteam jubeln, Dejan Vogl nutzte nach schöner Vorarbeit den sich bietenden Platz bei einem Gegenangriff zum 1:1. Chancen blieben in der Folge Mangelware, Füssen war spielerisch überlegen, die Bulls blieben bei Kontern gefährlich. So auch in der 18. Minute, als der EVF die Notbremse ziehen musste, Patocka den fälligen Penalty aber nicht verwandeln konnte. Das Unentschieden war nach dem ersten Abschnitt für die Ostallgäuer eher glücklich.

Wesentlich besser zeigte sich die Mannschaft von Trainer Andreas Becherer im zweiten Drittel. Nun wurden die Gäste häufiger unter Druck gesetzt, Vogl, Nadeau und Guth hatten jeweils den Führungstreffer auf dem Schläger. Dieser gelang in der 26. Minute Verteidiger Tobias Echtler, welcher im Nachschuss traf. Als beide Teams mit einem Mann weniger agieren mussten, vergab Payeur die große Chance zum dritten Treffer. Im Anschluss stürmten die Gäste mit allen vier Spielern auf das Füssener Tor, konnten aber am Abschluss gehindert werden. Nach 34 Minuten gab es das erste Überzahlspiel für den EVF gegen die disziplinierten Bulls, und dieses Powerplay brachte nach einem Schuss von Marc Besl das 3:1. Guth und Payeur hätten noch in diesem Abschnitt das vierte Tor nachlegen können, auf der anderen Seite musste Torhüter Andreas Jorde in der 40. Minute mit einer tollen Parade den Puck von der Linie holen.

Im Schlussdrittel traf Patocka bei einem weiteren Konter nur die Latte, als Füssen mit einem Mann mehr agierte scheiterten Klein und Velebny aussichtsreich, im Gegenzug trafen die Bulls erneut die Torlatte. Auch bei zwei weiteren Konterangriffen musste der EVF klären, insgesamt konnten die Oberallgäuer aber nicht den großen Druck entwickeln, dazu agierte der Aufsteiger Füssen zu abgeklärt. Wenige Torchancen zeichneten insgesamt diesen letzten Abschnitt aus, die Heimmannschaft war mit der Führung verständlicherweise auch eher auf Torabsicherung bedacht. Als der ERC dann den Torhüter vom Eis nahm und mit sechs Feldspielern seine letzte Möglichkeit suchte, traf Marius Klein zum Endstand von 4:1 und sorgte erneut für großen Jubel am Kobelhang.

Trainer Martin Ekrt (Sonthofen): „Das Spiel heute war ziemlich ausgeglichen. Wir müssen unsere Chancenverwertung verbessern und in den Zweikämpfen härter arbeiten. Mit nur einem Tor kann man auswärts nicht gewinnen, Gratulation an Füssen zum Sieg.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Egal ob schönes Spiel oder Arbeitssieg, die drei Punkte zählen. In den ersten zehn Minuten waren wir heute sehr ungeordnet, hätten bei den Kontern ein, zwei Tore mehr bekommen können. Meine Mannschaft ist aber sehr lernfähig, das zweite Drittel war dann sehr gut. Wir haben die neutrale Zone beherrscht und unsere Chancen genutzt. Im letzten Abschnitt machte Sonthofen nochmals Druck, bei den Pfostentreffern hatten wir Glück. Wir haben aber auch alles reingeworfen, Schüsse geblockt und uns so den Sieg auch verdient. Wir verweilen weiterhin in Demut.“ (MiL)

Tore: 0:1 (3.) Kames (Sill, Noack), 1:1 (6.) Vogl (Meier, Dropmann), 2:1 (26.) Echtler (Hofmann, Dropmann), 3:1 (36.) Meier (Besl, Schulz/5-4), 4:1 (59.) Klein (Stocker, Wiedemann/ENG). Strafminuten Füssen 12, Sonthofen 8. Zuschauer 1321.