Dem EV Füssen ist die Sensation gelungen. 4:2 (2:0, 1:2, 1:0) heißt es am Ende gegen den Tabellenführer aus Deggendorf, der damit zum ersten Mal in dieser Spielzeit komplett leer ausgeht. Mit Leidenschaft, Kampfgeist und Laufbereitschaft bot der EVF gegen das Spitzenteam eine begeisternde Leistung und konnte sogar völlig verdient alle drei Zähler am Kobelhang behalten.

Die Anfangsphase sah zunächst Vorteile der Gäste. Andrew Schembri hatte die erste gute Torchance, im Powerplay traf Kyle Osterberg in der zehnten Minute nur den Pfosten, danach vergab Rene Röthke aussichtsreich. Nach und nach fand der EVF aber besser ins Spiel. Zuerst zielte Marc Hofmann nur knapp vorbei, auch bei einem Schuss von Marius Klein fehlte nicht viel. Nach langem Pass von Lubos Velebny enteilte dann Martin Guth der gegnerischen Verteidigung und verlud David Zabolotny im Gästetor gekonnt zum 1:0. Deggendorf danach sichtlich beeindruckt und mit zwei Strafzeiten zum Ende des Abschnitts. Da sich diese leicht überschnitten, gab es für das Heimteam eine sieben Sekunden lange doppelte Überzahlsituation, welche von Lubos Velebny perfekt zum 2:0 genutzt wurde. Bei der Direktabnahme in den Winkel musste man lediglich Angst um das Tornetz haben.

Das Mitteldrittel begann Füssen immer noch in Überzahl und mit einer Riesenchance für Marco Deubler. Als Deggendorf ins Powerplay kam, hatte Tobias Meier sogar eine große Möglichkeit bei einem Break. Im Gegenangriff nutzte der Zweitligaabsteiger seine Chance durch Osterberg aber zum Anschlusstreffer. Die Schwarz-Gelben blieben trotzdem am Drücker und antworteten vehement. Die Gäste wurden stark unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen. Samuel Payeur stellte nach einer eroberten Scheibe bereits in der 24. Minute den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Tobias Meier traf danach den Innenpfosten, Florian Simon die Latte. Vom Tabellenführer war zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen. Bis zur 30. Minute. Dann hatte Stürmerstar Thomas Greilinger zu viel Platz und verwandelte prompt und sehenswert zum 3:2-Anschluss. Es folgte die beste Phase der Gäste, die jetzt stellenweise nur noch mit zwei Blöcken antraten. Trainer Allison wollte nun unbedingt den Ausgleich erzwingen und erhöhte die Schlagzahl. Doch Benedikt Hötzinger im Füssener Tor war weder von Schembri noch von Seidl oder Janzen zu überwinden. Minutenlang drückte der DSC, doch Füssen hielt mit Kampf und Geschick dagegen. Bei einem Konter zielte der freigespielte Schulz daneben, danach sorgte eine Strafe gegen die Gäste für eine Verschnaufpause. Mit der Drittelsirene erwischte Kyle Osterberg den Füssener Marius Klein am Knie. Für beide war die Partie damit vorzeitig beendet. Klein kam nicht mehr zum Einsatz, der US-Amerikaner wurde mit einer Spieldauerstrafe belegt.

Fast fünf Minuten Überzahl für die Füssener also zunächst im letzten Abschnitt, Zählbares wollte aber nicht gelingen. Dann zwei Minuten gegen den EVF, aber auch die Niederbayern vermochten das Powerplay nicht zu nutzen. Füssen kämpfte um jeden Zentimeter, und als dann kurz hintereinander zwei Deggendorfer auf die Strafbank mussten, war die Chance zur Vorentscheidung da. Zunächst hatte Marc Besl mit seinem Schuss Pech, dann traf Manfred Eichberger den Pfosten. Gerade als der vierte Feldspieler zurück kam, bediente der Routinier aber Maximilian Dropmann, der die Scheibe zum umjubelten 4:2 in den Winkel setzte. Der Aufstiegsfavorit wankte, bei einer weiteren Strafe verpasste Sam Payeur den fünften Treffer nur knapp. Als zweieinhalb Minuten vor Ende Eichberger auf die Sünderbank musste, zog Deggendorf bereits den Torhüter und versuchte es mit doppelter Überzahl. Doch der EVF verteidigte das Tor mit großem Kampf und überstand die brenzlige Situation bis zum Ende. Danach war der Jubel auf den Rängen riesengroß, der Tabellenführer war tatsächlich geschlagen.

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Wir hatten uns heute natürlich viel vorgenommen. Wir wollten nicht ängstlich antreten, wie sonst auch mit viel Druck und Forechecking spielen. Ich muss sagen, das hat die Mannschaft bis auf eine Phase im zweiten Drittel überragend gemacht. Wir haben gekämpft, gebissen, waren heute aber auch spielerisch sehr gut, das freut mich besonders. Jetzt sind wir natürlich superstolz, die drei Punkte tun uns richtig gut.“ (MiL)

 

Tore: 1:0 (15.) Guth (Velebny, Krötz), 2:0 (20.) Velebny (Dropmann, Nadeau/5-3), 2:1 (22.) Osterberg (Schembri, Gawlik/5-4), 3:1 (24.) Payeur (Velebny, Nadeau), 3:2 (30.) Greilinger (Stern), 4:2 (51.) Dropmann (Eichberger, Velebny/5-4). Strafminuten Füssen 8, Deggendorf 14 plus 5 plus Spieldauer Osterberg. Zuschauer 1034.