Der EV Füssen hat einen wahren Eishockeykrimi beim stark in die Saison gestarteten Aufsteiger Schweinfurt mit 5:4 für sich entschieden (1:1, 2:2, 2:1). Trotz widriger Umstände wie dem staubedingten späten Eintreffen sowie dem Fehlen der DNL-Spieler und der Stammkräfte Christian Krötz, Ron Newhook und Mauro Seider hatten die Füssener auf sämtliche Vorlagen der Gastgeber immer eine Antwort parat, und ließen sich die erstmalige Führung in der 52. Minute nicht mehr nehmen.

Der EVF kam durch die mangelnde Vorbereitung erst schwer in Tritt, bereits in der 3. Minute hieß es 1:0 für die Mighty Dogs direkt nach einem Bully im EVF-Drittel. Bei einem Unterzahlkonter wäre beinahe der zweite Treffer gefallen, im Gegenzug konnte Markus Vaitl aber ausgleichen. Nach zehn Minuten kam das Team von Trainer Andi Becherer dann immer besser in Schwung, und hatte bis Ende des insgesamt recht ausgeglichenen Abschnitts die besseren Chancen, unter anderem traf Tobias Meier die Latte.

Diesen Verlauf gab es dann ebenso im Mitteldrittel. Schweinfurt startete wieder stark, diesmal dauerte es nur 24 Sekunden bis zum 2:1. Als eineinhalb Minuten später nach einem Konter auch noch das 3:1 fiel, schien das Spiel klar in Richtung der Gastgeber zu kippen. Aber der EVF zeigte erneut Nehmerqualitäten, schlug in Überzahl durch Lubos Velebny von der blauen Linie und kurz darauf durch einen Abstauber von Marius Klein nach Schuss von Meier eiskalt zurück. In der Folge hatten die Schwarz-Gelben einige Möglichkeiten, um erstmals in Führung zu gehen, diese wäre mittlerweile auch verdient gewesen. Das Spiel wurde in dieser Phase sehr aggressiv geführt, was auch in einer Schlägerei endete. Sie brachte den Protagonisten eine längere Phase auf der Strafbank ein.

Beim Stand von 3:3 ging es in den letzten Abschnitt, und wie konnte es anders sein, auch hier legte Schweinfurt mit starkem Beginn und in Überzahl einen Treffer nach. Diesem 4:3 ging aber nach Meinung der Füssener eine Regelwidrigkeit voraus. Der Unparteiische sah das anders und verhängte nochmals eine Strafzeit gegen die reklamierenden Gäste. Diese wurde aber unbeschadet überstanden, Trainer Becherer hatte kurz vor Ablauf auch noch eine Auszeit genommen. Mit Folgen, denn kaum wieder komplett gelang Samuel Payeur der Ausgleich, ehe Marc Besl mit der ersten EVF-Führung im Spiel den Siegtreffer erzielte. In der Schlussphase war die Partie nichts für schwache Nerven, doch der Eissportverein ließ nichts mehr anbrennen und brachte das knappe Ergebnis über die Zeit.

Das Füssener Team hat sich beim starken Aufsteiger nie unterkriegen lassen, und sich mit Moral und Mannschaftsgeist sowie auf einen fehlerfreien Benedikt Hötzinger im Tor gestützt den dritten Sieg in der noch jungen Saison verdient. (MiL)

Tore: 1:0 (3.) Rypar (Schadewaldt/4-4), 1:1 (5.) Vaitl (Nadeau, Wood/5-4), 2:1 (21.) Rypar (Straka, Trolda), 3:1 (23.) Oertel (Ledin, Grüner), 3:2 (26.) Velebny (Vaitl, Nadeau/5-4), 3:3 (29.) Klein (Meier, Velebny), 4:3 (46.) Straka (Schadewaldt, Rypar/5-4), 4:4 (49.) Payeur (Velebny, Dropmann), 4:5 (52.) Besl (Keller). Strafminuten Schweinfurt 18 plus 10 für Schäfer, Füssen 22 plus 10 für Simon. Zuschauer 635.