Rundum gelungen war die ordentliche Mitgliederversammlung des Eissportvereins Füssen im Haus Hopfensee. Sämtliche Abstimmungen und Wahlen brachten einstimmige Ergebnisse, es konnte ein positives Wirtschafts-Ergebnis vermeldet werden, es gab Verabschiedungen für verdiente Personen rund um den Füssener Eissport und neue Gesichter, die für einen weiteren erfolgreichen Weg stehen sollen. Darunter die wohl wichtigste Personalie des Abends: Die 94 Vereinsmitglieder unter den anwesenden 126 Besuchern wählten mit dem 46-jährigen ehemaligen Eishockey-Profi Markus Kehle einen neuen ersten Vorstand, der in Zukunft die Geschicke des Vereins lenken wird.

„Weiterhin Förderung der Nachwuchsarbeit, attraktives Eishockey unserer ersten Mannschaft, Transparenz, Offenheit, das Akzeptieren anderer Meinungen sowie eine stetige Steigerung in allen Bereichen“, gab er einen ersten Einblick in seine Vorstellungen für die Zukunft. Dabei kann er auf mehr Helfer bauen, denn per Satzungsänderung wurde der erweiterte Vorstand auf fünf Beisitzer erhöht. Neben Markus Kehle, dem zweiten Vorstand Johannes Böck, Kassier Dr. Günter Malsbender und dem bisherigen Beisitzer Klaus Zettlmeier werden nun auch Thomas Zellhuber, Marc Meier, Alexander Meier sowie Felix Warmann der Vorstandschaft angehören und für verschieden Aufgabengebiete zuständig sein.

Gruß- und Abschiedsworte

Der scheidende erste Vorstand Maximilian Jentsch ließ die vergangenen drei Jahre Revue passieren, und stellte noch einmal klar, dass er von Anfang an nur für eine Amtszeit zur Verfügung stand. Er bedankte sich für die große Unterstützung, welche der neue Verein erfahren hat, bei den vielen Helfern, den Sponsoren und Aktiven, durch deren Mitwirken der bisherige Werdegang überhaupt erst möglich gemacht wurde. Der EVF stehe bestens da, und so gelte für die Zukunft, frei nach Superstar Wayne Gretzky, „nicht dort zu sein, wo der Puck ist, sondern dort, wo er sein wird.“

Nachwuchsbereich

Der zweite Vorstand Johannes Böck zeigte die Erfolge im Nachwuchs auf wie die Qualifikation der Schüler für die höchste DEB-Spielklasse oder den Aufstieg des DNL-Teams in die neue Divison II, womit der Verein weiterhin eine erstklassige Adresse für alle Nachwuchsspieler sein wird. Auch bei den jüngsten Aktiven gibt es Erfreuliches zu berichten, so waren in der letzten Saison über 70 Kinder in der Laufschule. Mit dem Finnen Juha Nokelainen wurde der neue und sehr renommierte hauptamtliche Nachwuchstrainer vorgestellt, außerdem konnte mit Chris Baier auch ein erfahrener U17-Trainer bekannt gegeben werden. Für die Zukunft wird man eine weitere Verbesserung im Sterne-Konzept des DEB in Angriff nehmen.

Erste Mannschaft

Thomas Zellhuber, der dem Verein in der Funktion eines Sportdirektors erhalten bleibt, berichtete über die erste Spielzeit des Vereins in der Bayernliga. Mit der Qualifikation zur Zwischenrunde wurde das Saisonziel erreicht, das Verpassen der anschließenden Playoffs sei sehr schade gewesen, aber insgesamt könne man nicht unzufrieden sein. Wichtig sei es, einen Zwischenschritt nach vorne gemacht zu haben. Dass Talente wie Marvin Schmid und Andre Bühler höherklassige Angebote angenommen haben sei zwar schade, aber es ist auch der normale Werdegang und zeigt, dass man es über die Ausbildung beim EV Füssen nach oben schaffen kann.

Der neue Trainer Andreas Becherer stellte sich erstmals dem breiteren Publikum vor, und gab Einblick in seine Eishockey-Philosophie. Fitness, mentale Stärke, Teamgeist und eine Vorbereitung, um Verletzungsrisiko zu minimieren, seien die Grundlagen für die wohl so ausgeglichen wie noch nie besetzte Bayernliga. Defensiv geordnet, aggressiv am Gegner, mit viel Zug zum Tor, so soll die Spielweise sein, wobei Kampf und voller Einsatz die Grundvoraussetzungen sind. Der Kader steht bis auf eine Personalie bereits fest, es sollen drei Torhüter, acht Verteidiger und vierzehn Stürmer zur Verfügung stehen.

Bereich Marketing

Beirat Lukas Jentsch verabschiedete sich nach drei erfolgreichen Jahren und blickte nochmals auf das bisher Erreichte zurück. Mit einer eigenen Vereinshymne, einer neuen Soundanlage oder der Trainingseinheit von Olympiasieger Fabian Hambüchen gab es wieder einige Highlights in der abgelaufenen Spielzeit. Der Verein genießt große mediale Aufmerksamkeit, und so konnte er nicht ohne Stolz feststellen, dass die „Marke EV Füssen“ wiederbelebt ist. Für die nächste Spielzeit wird es weitere Projekte geben. So wird eine neue Homepage kommen, und durch ein neues Kartensystem in Zusammenarbeit mit dem Branchenriesen Eventim wird das Ticketing auf eine neue Stufe gestellt.

Wirtschaftsbericht

Kassier Dr. Günter Malsbender konnte auch im dritten Jahr seit Neugründung ein positives Ergebnis des Geschäftsjahres vermelden. Hier stünde zwar durch den nicht im Etat eingeplanten Ausfall von Heimspielen zur Weihnachtszeit sowie der ebenfalls nicht enthaltenen, angemieteten Soundanlage ein Minus, welches durch Umsatzsteuer-Forderungen an das Finanzamt aber letztendlich in einem Plus von 2.178 Euro hinaus laufe. Dr. Malsbender stellte die stabile wirtschaftliche Situation des Vereins dar, und kündigte auch für die neue Spielzeit ein vernünftiges Budget an, das sich dynamisch an den Einnahmen und Ausgaben orientieren wird. Im Voraus wird mit einem Etat für den Gesamtverein von rund 474.000 Euro geplant.

Verschiedenes

Die interessierten Besucher erfuhren überdies viele Neuigkeiten rund um den Verein. So wurde auch das Vorbereitungsprogramm mit dem ersten Spiel am 9. September zuhause gegen den Oberligisten Memmingen bekannt gegeben. Auch die neue Gestaltung der Eintrittspreise wurde vorgestellt, nähere Infos zu diesen Themen sowie dem Start des Dauerkartenverkaufs werden separat in Kürze folgen. Dann wird vielleicht auch bereits der Spielmodus für die kommende Bayernligasaison feststehen. (MiL)

Bild: Eissportverein Füssen

(EVF-Vorstandschaft mit Wirtschaftsbeirat und den ehemaligen Vorständen Maximilian und Lukas Jentsch)