Der Eissportverein Füssen verspielt im Heimspiel gegen den EHC Waldkraiburg einen deutlichen Vorsprung, und muss sich am Ende mit 5:7 (4:2, 0:3, 1:2) geschlagen geben. Bei allem Respekt vor dem Gegner, aber diese Niederlage war hausgemacht. Lief schon im ersten Abschnitt trotz einer 4:1-Führung nicht alles perfekt, so war das Mitteldrittel sicherlich das schlechteste der bislang so erfolgreichen Saison.

Nach 46 Sekunden das 1:0 durch Eric Nadeau, zweieinhalb Minuten später der zweite Treffer durch Marc Besl – Waldkraiburg schien zu Beginn gar nicht anwesend. Angriff auf Angriff rollte auf das gegnerische Tor, der Anschlusstreffer und gleichzeitig erste Schuss auf das Füssener Gehäuse schien nicht zwingend und eher nur ein “Betriebsunfall” zu sein. Ron Newhook scheiterte frei vor dem Tor, Lubos Velebny am Pfosten, ehe Marc Besl zum hochverdienten 3:1 nachlegte. Doch nach und nach schlichen sich im Defensivverhalten Unachtsamkeiten ein, nach einem Schuss von Meier erzielte Chaumont im Gegenzug den vermeintlichen Anschlusstreffer. Nach Beratung mit den Linienrichter entschieden die Unparteiischen jedoch darauf, dass der Füssener Schuss zuvor bereits im Tor war, und so hieß es 4:1. Wie schon in Landsberg im zweiten Drittel brachte der EVF aber auch diesmal eine klare Führung nicht in die Kabine. Psychologisch äußerst ungünstig der Anschlusstreffer drei Sekunden vor der Pausensirene.

Und wenn man in diesem Zusammenhang von einer Unachtsamkeit sprechen muss, dann gilt das auch für den nur 50 Sekunden nach Wiederbeginn fallenden Anschlusstreffer und Startschuss für ein komplett anderes Spiel. Füssen nun immer zu weit vom Gegner entfernt, es gelang nicht mehr mit Tempo über die Außenstürmer zu kommen, Waldkraiburg hatte taktisch natürlich auch reagiert. Trotzdem wirkte der EVF völlig verunsichert und musste nun auch Strafzeiten hinnehmen. Bei doppelter Füssener Unterzahl fiel der Ausgleich von der blauen Linie zum 4:4. Marius Klein hatte danach viel freies Tornetz vor sich, setzte die größte Chance des Heimteams in diesem Abschnitt aber über das Gehäuse. Besser machte es der litauische Nationalstürmer Povilas Verenis, der die Gäste in der 35. Minute erstmals in Führung brachte. Da die Löwen in der Folge noch einige richtig gute Konterchancen hatten, ging der Spielstand mittlerweile in Ordnung.

Eine Reaktion wurde nun im letzten Abschnitt vom Heimteam erwartet, sie kam auch, aber nur bedingt. Ohne an den ersten Abschnitt anknüpfen zu können war man zumindest wieder auf Augenhöhe. Scheiterte zunächst noch Ron Newhook, so erzielte Marc Besl in der 47. Minute den Ausgleich zum 5:5. Den Ausschlag für die Gäste gaben in der Endphase aber dann deren Kontingentstürmer. Chaumont und Verenis erzielten die Treffer sechs und sieben zum Endstand.

Für den EVF gilt es nun, die Vorstellung zu analysieren, um am Sonntag (Beginn 17 Uhr) in Peißenberg eine Reaktion zu zeigen. Diese wäre im besten Fall Rückkehr zu alter Stärke.

 

Tore: 1:0 (1.) Nadeau (Besl, Payeur), 2:0 (4.) Besl (Simon, Payeur), 2:1 (6.) Chaumont (Thalhammer), 3:1 (13.) Besl (Nadeau, Payeur), 4:1 (18.) Meier (Wiedemann), 4:2 (20.) Hradek (Guft-Sokolov), 4:3 (21.) Hradek (Guft-Sokolov), 4:4 (28.) Seifert (Thalhammer/5-3), 4:5 (35.) Verenis (Chaumont), 5:5 (47.) Besl (Nadeau, Payeur), 5:6 (49.) Chaumont (Seifert, Rott), 5:7 (60.) Verenis (Chaumont, Seifert). Strafminuten Füssen 10, Waldkraiburg 6. Zuschauer 790.