Außergewöhnliches Spiel EV Füssen gegen EHC Passau. Beide Mannschaften ließen defensiv nur wenig anbrennen, beide Torhüter zeigten eine fehlerlose Partie, und so stand am Ende ein im Eishockey sehr seltenes 0:0 auf der Anzeigetafel. Die Gäste sicherten sich dann den Zusatzpunkt im Penaltyschießen, was für den EVF die zweite Heimniederlage in Folge und den Verlust des ersten Tabellenplatzes bedeutet.

Neben Christian Krötz musste Füssen auch auf Kapitän Eric Nadeau und Vincent Wiedemann verzichten, die daraus resultierenden Umstellungen betrafen zwei Angriffsreihen. Neu formiert fehlte die bislang gezeigte offensive Durchschlagskraft gegen einen ungemein diszipliniert und defensiv orientierten Gegner. Da dieser offensiv auch nicht gerade Glanzpunkte setzen konnte, entwickelte sich ein von Taktik geprägtes Spiel mit wenigen Torchancen auf beiden Seiten. Der EVF hatte dabei die wesentlich besseren, scheiterte neben der starken Leistung von Gästekeeper Clemens Ritschel aber einfach zu häufig auch am eigenen Abschluss.

Nach verhaltenem Beginn erzielte Maximilian Dropmann in der 11. Minute die vermeintliche Führung, der Treffer wurde aber wegen angeblichem Torraumabseits nicht gegeben. Eine Minute später traf Samuel Payeur das fast leere Tor nicht. In der 17. Spielminute vergab Marc Besl einen an Marius Keller verschuldeten Penalty. Im zweiten Drittel traf Besl dann nur das Lattenkreuz, ein Schuss von Florian Simon ging hauchdünn am Tor vorbei. Bei doppelter Überzahl setzte Marius Klein die Scheibe aus spitzem Winkel am leeren Tor vorbei. Im letzten Abschnitt zeigte Ritschel zunächst einen überragenden Fanghandsave gegen Tyler Wood, in der Endphase scheiterten bei zwei Überzahlspielen Ron Newhook und dann Maximilian Dropmann frei vor dem gegnerischen Tor. Dropmann hatte in der Verlängerung auch die größte EVF-Chance auf dem Schläger.

Passau hatte in der achten Spielminute eine sehr gute Chance durch Schindlbeck, im zweiten Abschnitt scheiterte der durchgebrochene Petr Sulcik zweimal an Jorde. Bei den restlichen wenigen Tormöglichkeiten hielten sich Heim- und Auswärtsteam die Waage. Im Penaltyschießen musste der EVF dann der individuellen Klasse der Gäste den Vortritt lassen.

Trainer Markus Neumaier (Passau): „Ich glaube wir sind uns einig, ein sehr gutes Eishockeyspiel gesehen zu haben. Ein großes Lob geht natürlich an unseren Torhüter, der hat heute wahnsinnige Sachen raus geholt. Penaltyschießen ist immer auch Glückssache, die zwei Punkte waren am Ende für uns aber sehr verdient.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Wir haben viel mehr in das Spiel investiert, und daher hätten eher wir den zweiten Punkt verdient. Das Spiel war taktisch auf sehr hohem Niveau, beide Seiten haben hart verteidigt und nur wenig zugelassen. Auch unser Torhüter Andi Jorde hat stark gehalten. Im Überzahlspiel waren wir in dieser Saison lange Zeit sehr gut, da kann nicht plötzlich alles so schlecht sein. Die Jungs brauchen auch Vertrauen. Außerdem hat Passau heute in Unterzahl überragend gespielt.“ (MiL)

Tore: Penaltyschießen 0:1 Schindlbeck. Strafminuten Füssen 12, Passau 20 plus 10 für Sulcik. Zuschauer 907.