Was für ein tolles Eishockeyspiel boten der EV Füssen und der SC Riessersee im Altmeisterduell am Kobelhang. Sechzig Minuten lang Power und ein offener Schlagabtausch, dem leider nicht alle Akteure auf dem Eis gewachsen waren. Füssen siegte auch dank dreier Überzahltreffer mit 5:2 (1:0, 2:2, 2:0) und konnte nach der zweiten starken Vorstellung innerhalb von 48 Stunden ein 6-Punkte-Wochenende feiern. Überragend waren die beiden Torhüter Benedikt Hötzinger und Daniel Fießinger, welche mit zahlreichen Paraden glänzten.

Beide Teams traten nicht in Bestbesetzung an, so standen jeweils nur fünf Verteidiger zur Verfügung. Während Garmisch aber nur drei Sturmreihen aufbieten konnte, waren es beim EVF vier. Diese machten von Anfang an auch bei gegnerischem Scheibenbesitz unheimlich viel Druck, während der SCR eher aus einer gesicherten Defensive agierte. Hohes Spieltempo, aber nur wenige Torchancen waren zunächst die Folge. Die erste Überzahlsituation nutzte in der 8. Minute Routinier Eric Nadeau zur Füssener Führung. Eine Unterzahl wurde zunächst gut überstanden, ehe es kurz vor Drittelende dann Marc Besl gleich mit 2 + 2 Minuten erwischte. Die Schwarz-Gelben lieferten aber einen großen Kampf und vereitelten auch hier alle Versuche der Gäste.

Ganz im Gegenteil hatte in der 22. Minute Samuel Payeur bei einem Unterzahlkonter die große Möglichkeit zum zweiten Treffer, er scheiterte aber an Fießinger. Genauer zielte dann Dejan Vogl nach einem Abwehrfehler des SCR, er traf kurz darauf zum 2:0. Füssen kontrollierte danach das Spiel gegen die Werdenfelser, musste aber ebenfalls nach einem Abwehrschnitzer vier Zeigerumdrehungen später durch Luca Zitterbart den Anschlusstreffer hinnehmen. Der EVF antwortete mit wütenden Angriffen und hatte im Zeitraum von 90 Sekunden gleich vier Riesenchancen durch Eichberger, Deubler, Meier und Wiedemann. Dann gab es innerhalb von nicht einmal fünf Minuten für jedes Team drei Hinausstellungen. Davon profitierte zunächst Riessersee, das längere Zeit im Powerplay spielen konnte, 32 Sekunden davon sogar in doppelter Überzahl. Hötzinger und seine Mitspieler waren aber nicht zu bezwingen, im Gegenteil zog jetzt der SCR Strafen. Als nun Füssen kurzfristig zwei Spieler mehr aufbieten konnte, nutzte diese Situation erneut Dejan Vogl nach genialer Vorarbeit zum 3:1. Immer noch in Überzahl lag der vierte Treffer nach Chancen von Eichberger, Nadeau, Meier und Payeur regelrecht in der Luft. Garmisch überstand diese brenzlige Situation aber und nutzte eine Unachtsamkeit 31 Sekunden vor Drittelende zum 3:2 durch Thomas Radu.

Somit war auch im letzten Drittel für Hochspannung gesorgt. Garmisch kam mit neuem Schwung aus der Kabine. Füssen hielt aber auch bei härterer Gangart voll dagegen und kam in der 49. Minute in Überzahl, nachdem SCR-Stürmer Zitterbart wegen anhaltenden Reklamierens vom Spiel ausgeschlossen wurde. Hier nutzte Manfred Eichberger nicht die leichte, sondern die schwierigere Schusschance zum 4:2. Damit war die Vorentscheidung gefallen, aber der EVF erhöhte sogar nochmals das Tempo. Marc Besl scheiterte im Alleingang an Fießinger, ehe eine Strafe gegen Velebny in der 57. Minute die Chance für den Anschluss ergab. Ohne Torhüter drückte der nie aufsteckende SCR auf das Füssener Tor, aber Hötzinger war weder aus kurzer noch größerer Entfernung zu überwinden. Dazu hatte er beim Pfostentreffer von Arkiomaa auch das Glück des Tüchtigen. Schließlich sorgte der von der Strafbank kommende Lubos Velebny mit seinem Empty-Net-Goal für den Endstand von 5:2 und großen Jubel auf den Rängen. Der EVF verbesserte sich durch den Sieg auf den vierten Tabellenplatz.

Trainer George Kink (Riessersee): „Das war heute die zu erwartende Schlacht, die Spiele gegen Füssen sind immer sehr eng. Auf beiden Seiten war die Torhüterleistung sehr stark. Wir hatten nur einen kleinen Kader, da hat am Ende auch etwas die Kraft gefehlt. Die Partie war sehr intensiv, ausschlaggebend für Füssen waren die drei Überzahltore.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Ich war unter der Woche sehr kritisch mit den Jungs. Wir haben zwar schon einige Punkte geholt, ich wollte aber, dass wir jetzt auch den nächsten Schritt machen und vor allem gegen direkte Gegner in der Tabelle die Zähler holen. Wir haben immer gewusst, dass wir Potential haben, konnten es aber nicht immer umsetzen. Die Mannschaft hat sich das zu Herzen genommen und zwei sehr gute Spiele abgeliefert.“ (MiL)

Tore: 1:0 (8.) Nadeau (Eichberger, Payeur/5-4), 2:0 (24.) Vogl (Kircher, Klein), 2:1 (28.) Zitterbart (Arkiomaa, Lobach), 3:1 (37.) Vogl (Payeur, Eichberger/5-3), 3:2 (40.) Radu T. (Quaas, Allavena), 4:2 (50.) Eichberger (Payeur, Vogl/5-4), 5:2 (59.) Velebny (Simon, Guth/5-6). Strafminuten Füssen 16, Riessersee 12 plus 10 + Spieldauer für Zitterbart. Zuschauer 1234.