Paul Ambros

Hopfen im bitterkalten Winter des Jahres 1939: Weil Walter Ambros für das Eishackeln auf dem zugefrorenen Hopfensee Mitspieler braucht, schnallt sich sein drei Jahre jüngerer Bruder Paul kurzerhand zum ersten Mal Schlittschuhe an. Der Sechsjährige findet auf Anhieb Gefallen an dem schellen Sport und macht durch sein Talent auf sich aufmerksam – Es ist der Beginn einer großartigen Sportlerkarriere, die Paul Ambros zu elf Deutsche Meistertiteln, 89 Länderspielem und drei Olympiateilnahmen führt.

Von Anfang an überzeugt der junge "Paule", wie ihn seine Freunde rufen, mit überragender Schlittschuhtechnik, hartem Körpereinsatz und platzierten Schlagschüssen. Nach dem Krieg schließt er sich mit seinen beiden Brüdern zunächst dem SV Hopfen am See an. Doch sein Können bleibt nicht verborgen und so wechselt der beinharte Verteidiger nur wenig später in die Jugendabteilung des EV Füssen. "Anfangs habe ich mich nicht mal hinter der Tribüne hervorgetraut, nur heimlich beim Training zugeschaut“, erzählte Ambros gerne. Doch die Nervosität legt sich. Gemeinsam mit Markus Egen wird er zu den großen Säulen im Team des EVF. Von 1953 bis 1959 erringt er bis heute unerreichte sieben Deutsche Meistertitel in Folge, gewinnt zweimal den legendären Spengler-Cup. "Solche Burschen braucht eine Mannschaft", sagte sein damaliger Mitspieler Xaver Unsinn einmal. Und in der Tat: Für sein hartes Körperspiel an der Bande wird er bald in der ganzen Bundesliga gefürchtet. Sechsmal wird er gar Strafbankkönig. Ambros wirft sich auch mal in Schüsse der Gegner, um Tore der Gegner zu verhindern. Einen Helm trägt er dabei nie. Später erzählt der lebenslustige Ambros, dass die Russen nach einem Länderspiel einst seinen Pass sehen wollten. "Die dachten augfrund meiner Spielweise, ich sei ein Kanadier".

1965 versetzt sein Wechsel nach Ausgburg dann eine ganze Stadt in eine regelrechte Eishockey-Euphorie. Der Verleger und Gründer der Augsburger Allgemeinen, Curt Frenzel, lotst Ambros zum AEV, der damals noch in der drittklassigen Landesliga aufläuft. Eine echte Sensation. Der Nationalspieler führt die Fuggerstädter innerhalb von drei Jahren in die Bundesliga und wird damit zum Publikumsliebling. "Paule, Paule", schallt es von den Rängen im Augsburger Schleifgraben, wenn Ambros zu einem seiner harten Schlagschüsse ansetzt. Beim AEV wird seine Trikotnummer 5 nie mehr vergeben.

Im Juni vor zwei Jahren verstarb Paul Ambros im Alter von 82 Jahren nach schwerer Krankheit. "Der Tiger vom Hopfensee", wie man ihn auch gern nannte, gehört zu den herausragendsten Spielern, die Füssen je hervorgebracht hat.

Der EVF wird Paul Ambros immer ein ehrendes Andenken bewahren.