Die Füssener haben auch das zweite Heimspiel gegen die Tölzer Löwen gewonnen. 5:4 nach Verlängerung (1:0, 3:3, 0:1, 1:0) setzten sich die Schwarz-Gelben in einer Partie mit völlig unterschiedlichen Spielphasen letztendlich verdient durch. Beide Teams lieferten sich einen spannenden Schlagabtausch, der von der Verletzung des Gästetorhüters Enrico Salvarani überschattet wurde. An dieser Stelle die besten Genesungswünsche.

Der EVF hatte in der Anfangsphase gleich mehrere Möglichkeiten, um früh in Führung zu gehen. Die beste bekam Bauer Neudecker bereits nach 27 Sekunden, als er einen Fehlpass der Tölzer aufnehmen konnte, aber frei vor dem Tor scheiterte. Wiedemann und Knaub verpassten in der Folge knapp, erst nach rund sechs Minuten zeigte sich auch der Favorit in der Offensive, scheiterte aber mehrmals an Benedikt Hötzinger. Die größte Chance hatte Gästeverteidiger Hörmann, der den Pfosten anvisierte. War die Partie nun ausgeglichen, so wurde Füssen gegen Ende des Abschnitts wieder stärker und konnte durch einen Alleingang von Bauer Neudecker 31 Sekunden vor der Pausensirene verdient mit 1:0 in Führung gehen.

Wesentlich ereignisreicher verlief das zweite Drittel. Hier wurde der EVF immer stärker und erzielte durch Pius Seitz das 2:0. Danach vergab man die Hochkaräter im Minutentakt. Alleingang Helenius, Direktabnahme Zimmermann in Überzahl, Alleingang Straub, Solo Seppänen, Sivic und wieder Seppänen verpassten knapp. Es hätte schon längst deutlicher stehen müssen, als der Tölzer Topscorer Nirschl knapp scheiterte und kurz darauf Christoph Fischhaber einen der bis dahin wenigen Füssener Abwehrfehler zum 2:1 verwertete. Nur 26 Sekunden später traf aber Tobias Baader im Nachschuss zum 3:1, die schnelle Antwort. Bei seiner Abwehraktion verletzte sich aber der Tölzer Keeper und musste vom Eis gebracht werden. Der junge Joshua Baron wurde nun ins kalte Wasser geworfen und musste gleich mit dem ersten Schuss das 4:1 durch Julian Straub hinnehmen. Erneut nur 28 Sekunden später hieß es aber schon nur noch 4:2 durch Nick Huard. Tölz brachte nun seine Topspieler in kurzen Abständen und machte enormen Druck. Die Folge war tatsächlich das 4:3 eine Sekunde vor Ende des Abschnitts, der Schütze war Tyler Ward.

Nach dieser kalten Dusche begann der EVF im letzten Abschnitt wieder konzentrierter und hatte in einem Powerplay gleich drei Riesenchancen auf den fünften Treffer, die Scheibe wollte aber einfach nicht über die Linie. Danach waren wieder die Gäste am Drücker, vor allem als gleich zwei Füssener auf die Strafbank mussten. Ludwig Nischl nutzte die doppelte Überzahl zum 4:4, die Partie war wieder völlig offen. Da der EVF immer noch eineinhalb Minuten in Unterzahl ran musste, war ein Benedikt Hötzinger in Höchstform gefragt. Und er lieferte. Mehrmals verhinderte er den Rückstand, ehe dann wieder das Heimteam ins Powerplay kam, hier aber ebenso am starken Nachwuchsgoalie der Tölzer scheiterte. Der ließ sich auch bei einer späten Strafzeit nicht überwinden, obwohl die Füssener drückten. Als nach einem Gerangel vor dem Tor Nick Huard sehr hart einstieg und sich dabei gleich sieben Strafminuten einhandelte, spielte der EVF in der Folge doppelte Überzahl. Sekunden vor der Sirene hatte Neudecker dabei gleich zweimal frei Bahn, traf jedoch nicht ins Netz. In der Verlängerung konnte Füssen diese Situation zunächst auch nicht nutzen, mit einem Mann mehr entschied dann aber Bauer Neudecker doch noch die Partie.

 

Aufstellung EV Füssen:

Benedikt Hötzinger, Moritz Borst; Maximilian Dropmann, Tobias Baader, Lukas Slavetinsky, Nicolas Jentsch, Florian Simon, Justus Meyl, Noah Keller; Carl Zimmermann, Janne Seppänen, Jere Helenius, Bauer Neudecker, Julian Straub, Victor Knaub, Vincent Wiedemann, Leon Sivic, Pius Seitz, Ondrej Zelenka, Kevin Steiner, Tim Flammann.

Tore: 1:0 (20.) Neudecker (Straub), 2:0 (26.) Seitz (Sivic, Meyl), 2:1 (34.) Fischhaber (Sticha, Gollenbeck), 3:1 (34.) Baader (Dropmann, Straub), 4:1 (37.) Straub (Neudecker, Knaub), 4:2 (37.) Huard (Ward, Nirschl), 4:3 (40.) Ward (Nirschl), 4:4 (49.) Nirschl (5-3). 5:4 (64.) Neudecker (Straub/4-3). Strafminuten Füssen 6, Bad Tölz 14 plus 5 plus 10 plus Spieldauer Huard. Zuschauer 660.