Füssens langjähriger Stammtorhüter hat eine schwierige Saison hinter sich. Eine hartnäckige Verletzung zwang ihn bereits im Oktober zum erstmaligen Aussetzen, Ende November bestritt er sein letztes Spiel. Ein anvisiertes Comeback ab Januar musste abgesagt werden, so dass für Benedikt Hötzinger die Saison schon sehr frühzeitig beendet war. Doch nun will das 29 Jahre alte Eigengewächs nochmals angreifen und wird zusammen mit Timotej Pancur das Füssener Goalie-Duo bilden.
Dass ein gesunder Torhüter Benedikt Hötzinger für den EVF unverzichtbar ist hat sich nicht erst die letzten Jahre in der Oberliga gezeigt. Als gebürtiger Füssener, der alle Nachwuchsteams des Vereins durchlaufen hat, debütierte er bereits mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft. Nach dem Neustart verblieb er bei seinem Stammverein und schaffte mit ihm den Wiederaufstieg aus der untersten Spielklasse in die Oberliga, feierte dabei die Meisterschaften in den drei BEV-Ligenstufen.
Auch in der dritten Spielklasse war Benedikt von Beginn an eine absolute Stütze und ruhender Pol. Nicht wenige Spiele entschied er mit seinen Leistungen und avancierte zum Publikumsliebling der Füssener Fans. Dreizehn Spielzeiten stand er bisher bereits im Kader der ersten Mannschaft und wird nun als Dauerbrenner am Kobelhang eine weitere hinzufügen.
EVF-Vorstand Jörg Noack: „Dass Benedikt Hötzinger bei uns verlängert, ist für uns ein ganz wichtiger Baustein. Bene hat leider eine echte Seuchensaison hinter sich. Zwei langwierige Verletzungen haben dazu geführt, dass er nicht einmal auf zehn Einsätze gekommen ist. Über seine Bedeutung für unseren Verein und für die Kabine müssen wir nicht lange sprechen. Bene ist ein Eigengewächs, eine Identifikationsfigur und bleibt für unsere Mannschaft eine große Stütze. Und vor allem: Er hat in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, wie wertvoll er für uns ist – als Ruhepol und als Rückhalt im Tor, wenn es eng wurde. Aktuell arbeitet er mit voller Konsequenz daran, seine Verletzung komplett auszukurieren, um in der neuen Saison wieder fit anzugreifen und an diese Leistungen anzuknüpfen. Und mit Benedikt Hötzinger und Timotej Pancur sind wir auf der Torhüterposition für die kommende Saison so aufgestellt, dass wir uns in der Oberliga Süd vor niemandem verstecken müssen.“
Im Gespräch mit Benedikt Hötzinger
Warum ist der EV Füssen für dich der richtige Ort, um wieder voll anzugreifen?
„Der EV Füssen ist für mich mehr als nur ein Verein – ich bin hier groß geworden und spiele seit meiner Kindheit hier. Dazu kommt, dass ich hier lebe und arbeite, das macht die Verbindung natürlich nochmal stärker. Genau deshalb ist es für mich der perfekte Ort, um nach der letzten Saison wieder voll anzugreifen.“
Welche Rolle willst du als Torhüter im Team einnehmen – gerade in engen Phasen und „wackligen“ Momenten?
„Wenn ich spiele, will ich dem Team Stabilität geben und ein verlässlicher Rückhalt sein. Gerade in engen oder schwierigen Phasen ist es wichtig, ruhig zu bleiben und Sicherheit auszustrahlen. Ich will derjenige sein, auf den sich die Jungs verlassen können, wenn es drauf ankommt.“
Nach der Verletzung: Was bedeutet „wieder 100%“ für dich konkret?
„Das war meine erste längere Verletzung, deshalb war es auch eine neue Erfahrung für mich. „100%“ heißt für mich, dass ich mich wieder komplett frei auf dem Eis fühle und meinem Körper und meinem Spiel voll vertrauen kann. Wenn ich wieder ohne Einschränkungen spielen kann und mich dabei richtig gut fühle, dann bin ich da.“
Wofür soll der EVF in der neuen Saison stehen – was muss man auf dem Eis sofort erkennen?
„Man soll sofort sehen, dass wir eine Einheit sind. Einsatz, Leidenschaft und Zusammenhalt müssen unser Markenzeichen sein. Jeder soll merken, dass es gegen uns unangenehm wird, weil wir als Team auftreten und jeder für jeden arbeitet.“
Wie wichtig ist dir diese Nähe zum Verein und zur Region – und wie beeinflusst das deine Entscheidung zu bleiben?
„Das ist für mich extrem wichtig. Wenn man hier aufgewachsen ist und sein ganzes Umfeld hier hat, dann spielt man nicht nur für sich selbst. Man identifiziert sich total mit dem Verein und der Region. Genau das hat meine Entscheidung zu bleiben auch stark beeinflusst.“
Wie schwer war es für dich, in der Saison nur neun Spiele zu machen – und was hast du in dieser Zeit über dich gelernt?
„Das war definitiv nicht einfach, vor allem weil ich so eine lange Verletzung bisher noch nicht hatte. Aber ich habe die Zeit genutzt, um an mir zu arbeiten und auch mental dazuzulernen. Ich habe gelernt, geduldig zu sein und die Dinge anzunehmen – und ich glaube, ich komme stärker zurück.“




