Der ECDC Memmingen hat sich für die erlittene Heimniederlage beim EV Füssen revanchiert und im Weihnachtsspiel am Kobelhang verdient mit 4:1 (0:0, 1:1, 3:0) gewonnen. Über das gesamte Spiel waren die Indians in der Defensive zweikampfstärker und zeigten auch die reifere Spielanlage im gegnerischen Drittel. Füssen konnte über sechzig Minuten nur wenig Druck ausüben und hatte so auch nur wenige Torchancen zu verzeichnen. Die Entscheidung fiel aber hauptsächlich durch zwei Gegentreffer in doppelter Unterzahl, welche man dem Gegner leichtfertig bescherte. Selbst schwächte man sich dagegen bei zwei von drei Powerplay-Situationen, indem man umgehend ebenfalls eine Strafzeit erhielt.

Ein ungewohnt ereignisarmes Startdrittel endete auch entsprechend mit 0:0. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend, nennenswerte Chancen waren Mangelware. Memmingen hatte als erstes eine leichte Druckphase, da waren aber auch schon zehn Minuten gespielt. Marc Besl wurde bei der bis dahin besten EVF-Möglichkeit im letzten Moment geblockt, und auch bei einem Schuss von ihm kurze Zeit später hatte Torhüter Steinhauer Mühe. Die Schlussphase gehörte dafür den Gästen, die sich jetzt mehrere gute Chancen erspielten und ein leichtes Übergewicht bekamen.

In den zweiten Abschnitt startete dann der EVF mit mehr Schwung. Nach gut zwei Minuten hätte eigentlich die Führung fallen müssen. Payeur zielte frei vor dem Tor knapp vorbei, scheiterte dann nochmals aus kurzer Distanz, und Besl konnte die Scheibe im Nachschuss ebenfalls nicht über die Linie bringen. Füssen war jetzt aktiver, die Indians konnten sich aber befreien und zur Hälfte der Partie wieder Chancen kreieren. Die Folge war eine Strafe gegen den EVF, der nach zwölf Sekunden sogar eine zweite hinnehmen musste. Die große Möglichkeit war für den ECDC in doppelter Überzahl gekommen, und die wurde auch genutzt. Donat Peter wurde frei gespielt und verwandelte ins leere Tor. Füssen danach immer noch in Unterzahl und hier sogar mit einem Konter zwei gegen eins, der im letzten Moment unterbunden wurde. Die erste richtige Überzahl nutzten die Schwarz-Gelben dann zum Ausgleich. Kapitän Eric Nadeau traf im Nachschuss zum 1:1.

Wieder einmal ging es für den EVF bei unentschiedenem Spielstand in das Schlussdrittel. Und wie zuletzt in Höchstadt war es der Gegner, der nun das Spiel entschied. Ausschlaggebend war ein missglückter Wechsel, bei welchem Andi Jorde zwar noch bravourös hielt, zugleich wurde aber eine Strafe ausgesprochen. Hier schenkte man dem Gegner nach elf Sekunden wieder ein doppeltes Überzahlspiel, welches diesmal entsprechend zum 1:2 durch Ledlin verwertet wurde. Danach war es nur Andi Jorde zu verdanken, dass nicht schon früh die Vorentscheidung fiel. In Überzahl hatte Marc Besl zunächst zwei große Möglichkeiten zum erneuten Ausgleich, ehe sich der EVF erneut selbst um das Powerplay brachte. Ein verdeckter Schuss von der blauen Linie sorgte schließlich für das 1:3, ein weiterer Weitschuss, diesmal in das verlassene EVF-Gehäuse, sogar noch für das 1:4. Füssen bemühte sich bis zum Ende, hatte durch Wiedemann zwischen diesen Gegentreffern noch eine große Chance, am verdienten Gästesieg war aber nicht mehr zu rütteln. (MiL)

 

Tore: 0:1 (33.) Peter (Schmid, Grözinger/5-3), 1:1 (36.) Nadeau (Simon, Stocker/5-4), 1:2 (48.) Ledlin (Peter, Svedlund), 1:3 (56.) Stange (Kasten, Ledlin), 1:4 (59.) Svedlund (Kasten/ENG). Strafminuten Füssen 14, Memmingen 8. Zuschauer 0.