Ganz starke Auswärtspartie des EV Füssen. 3:2 (1:0, 0:2, 2:0) siegt der Aufsteiger beim Tabellenführer der Oberliga Süd, den Memminger Indians. Diese hatten zuvor zwölf Heimpartien in Folge gewonnen, mussten sich diesmal aber der disziplinierten und hochkonzentrierten Vorstellung des EVF beugen. Durch diesen Erfolg konnte der Vorsprung auf den Tabellen-Neunten Selb auf zwölf Punkte ausgebaut werden.

Von Beginn an ließ der Tabellenfünfte im eigenen Drittel nur wenig zu, der ECDC konnte meist nur aus ungünstigen Positionen auf das Gehäuse von Benedikt Hötzinger schießen. In der vierten Spielminute verpassten Deubler und Guth nacheinander die Chance zum Füssener Führungstreffer. Memmingen hatte seine erste gute Möglichkeit erst nach zehn Zeigerumdrehungen. Die über 3300 Zuschauer sahen danach einen energischen Sololauf von Verteidiger Jalen Schulz, der die Scheibe vor das Tor brachte, und hier erzielte Manfred Eichberger das 0:1. Auch danach war der EVF das Team mit den Torchancen, Deubler und Meier verfehlten knapp, auch in der Schlussminute wurden einige Abpraller nur knapp verpasst. Auf der Gegenseite versuchten es Stotz und Pokovic mit Weitschüssen.

Im zweiten Drittel machte dann Memmingen bei der ersten Strafzeit gegen die Ostallgäuer viel Druck, ohne aber Zählbares zu erreichen. Zur Hälfte des Spiels hatte dann Füssen einen ganz starken Wechsel, an dessen Ende aber Nadeau eine weitere Strafzeit zog. Hier wehrten sich die Schwarz-Gelben jedoch wesentlich besser und ließen nicht viel zu. Als man selbst zum ersten Mal ins Powerplay kam, lag das 0:2 gleich mehrfach in der Luft, die Indians in dieser Phase mit großem Glück. Als dann Kapitän Eric Nadeau nach tollem Velebny-Pass die Scheibe nicht im freien Tor unterbringen konnte, eine Minute später aber Liga-Topscorer Brad Snetsinger aus dem Nichts ins kurze Toreck zum 1:1 traf, war man aus Füssener Sicht wieder an einige vergangene Spiele erinnert, als man ebenfalls die Chancen nicht nutzte und dann ins Hintertreffen geriet. Dies schien sich dann auch 26 Sekunden vor der Pausensirene zu bestätigen, als erneut Snetsinger aus einer unübersichtlichen Situation heraus das 2:1 markierte.

Doch an diesem Abend war der Eissportverein auch durch Rückschläge nicht zu verunsichern und legte auch im letzten Drittel gleich wieder los. Eichberger und Nadeau hatten in der 44. Minute zwei Riesenchancen, der Ausgleich gelang kurz darauf Verteidiger Lubos Velebny mit einem Schlagschuss durch Freund und Feind hindurch. Und nur 86 Sekunden später legte Nadeau bei einem Konter mustergültig für Samuel Payeur auf, der das 2:3 markierte. Das Spiel war wieder gedreht. In der Folge verpassten die Füssener bei einigen Konterchancen den vierten Treffer, brenzlig wurde es nochmals bei einer Strafe in der 57. Minute. Doch hier hielt die Abwehr ebenso wie beim letzten Anrennen der Indians mit sechs Feldspielern. Der EVF behielt in allen Situationen den Überblick und konnte souverän und verdient aus der Halle des Spitzenreiters alle drei Punkte entführen. (MiL)

Tore: 0:1 (11.) Eichberger (Schulz, Payeur), 1:1 (35.) Snetsinger (Voit, Deeg), 2:1 (40.) Snetsinger (Deeg, Voit), 2:2 (46.) Velebny (Vogl, Besl), 2:3 (48.) Payeur (Nadeau, Eichberger). Strafminuten Memmingen 4, Füssen 6. Zuschauer 3315.