Das Positive vorneweg: Der EV Füssen hat nach dem 28. Spieltag der Hauptrunde bereits den vorzeitigen Klassenerhalt geschafft und geht damit auch in der nächsten Spielzeit in der Oberliga Süd an den Start. Ein toller Erfolg für den nur als Außenseiter gehandelten Aufsteiger. Gleiches gilt für den Gegner EV Lindau, der sich im ersten Spiel des Doppelvergleichs über einen glücklichen 5:3-Auswärtssieg (1:2, 3:0, 1:1) freuen durfte.

Damit sind wir bereits beim weniger Erfreulichen, denn diese Partie hätte der EV Füssen eigentlich nicht verlieren dürfen. Doch nach einem starken Beginn scheiterte man im weiteren Verlauf an der eigenen Chancenverwertung, einem überdurchschnittlichen Gästekeeper und an einigen eigenen Abwehrschnitzern. Bereits nach 73 Sekunden hieß es 2:0 für den EVF, der seine beiden ersten Chancen durch Marco Deubler und Ondrej Zelenka sofort nutzte. Füssen machte weiter Druck, scheiterte nun aber jeweils knapp. Aus dem Nichts fiel der Anschluss durch Hammerbauer, Lindau konnte sich bis zu diesem Zeitpunkt nur selten befreien. Als in der 16. Minute eine Matchstrafe wegen versuchten Schlittschuhtritts gegen David Farny ausgesprochen wurde, hatten die Schwarz-Gelben ein fünfminütiges Überzahlspiel, verzettelten sich hier aber zu sehr und vergaben weitere gute Möglichkeiten.

Der zweite Abschnitt begann gleich mit einer Großchance für Deubler, auch Eichberger und Dropmann scheiterten knapp. Dafür nutzte Lindau einen Abwehrfehler durch Bräuner zum Ausgleich. Der EVF war beeindruckt, und nun übernahmen plötzlich die Gäste das Kommando und drängten sogar auf die Führung. Diese wäre ihnen im Powerplay beinahe gelungen, allerdings vergab auf der Gegenseite auch Tobias Meier bei einem Break völlig frei vor Di Berado im Lindauer Tor. Das 2:3 fiel dann doch noch nach einem Konter, Federolf traf platziert ins lange Eck. Gespielt war nun die Hälfte der Partie und Füssen wurde im Anschluss wieder stärker. Nach einem Abwehrfehler der Gäste stand diesmal Stocker frei vor dem gegnerischen Gehäuse, scheiterte aber gleich zweimal. Keller, Dropmann und Eichberger verpassten knapp, dann machte der toll freigespielte Stocker mit seinem Schuss gegen die Laufrichtung von Di Berado eigentlich alles richtig, die Scheibe ging aber denkbar knapp am Pfosten vorbei und Eichberger brachte den Nachschuss auch nicht unter. Als im direkten Gegenzug Hammerbauer den Konter zum 2:4 verwertete machte sich erstmals die Erkenntnis im Füssener Lager breit, dass diese Partie trotz der Überlegenheit – insgesamt gingen 50 Schüsse auf das Lindauer Tor – verloren werden könnte, denn der EVL zeigte ein Musterbeispiel an Effektivität. In der 39. Minute gab es ein großes Gewühl vor dem Lindauer Tor, doch der Puck wollte hier ebenso wenig ins Netz wie bei den folgenden Überzahlmöglichkeiten durch Velebny und Deubler.

Im letzten Abschnitt hatten die Islanders zunächst ihre beste Phase und scheiterten in Überzahl an einer tollen Parade von Maximilian Meier. Auf der anderen Seite hatte Guth zwei Möglichkeiten zum Anschlusstreffer, der große Füssener Druck war aber weg. Er kam jedoch wieder, als Tobias Meier elf Minuten vor Spielende in Überzahl das 3:4 markierte. Lindau nahm daraufhin eine Auszeit, doch Füssen drückte weiter. Nadeau und Payeur hatten beim nächsten Powerplay den Ausgleich auf dem Schläger, auch Meier, Hofmann und nochmals Payeur vergaben. Das glückliche Ende hatten die Gäste für sich. Nach Herausnahme des Torhüters traf Klingler zum 3:5 ins leere EVF-Gehäuse.

Trainer Franz Sturm (Lindau): „Ich bin heute brutal stolz darauf, wie wir uns nach dem frühen Rückstand zurück gekämpft haben. Wir haben uns gefangen und im zweiten Drittel mit einem 3:0 den Grundstein für den Sieg gelegt. Am Ende wurde es nochmals knapp, aber es hat gereicht und ich bin froh über die drei Punkte. Ein toller Auftritt von uns, wir arbeiten sehr gut und haben eine richtige Mannschaft. Am Montag geht es weiter, der Gegner ist stark und es wird erneut ein Kampf.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Wir hatten uns viel vorgenommen und sind auch perfekt gestartet. Ich kann mir aber nicht erklären, warum wir dann von schnellem und geradlinigem Eishockey auf verschnörkeltes und kompliziertes Eishockey umgestellt haben. Pech und ein starker Torhüter kommen dazu, aber das lasse ich nicht gelten. Wir haben unsere Marschroute verlassen und daher unnötig verloren. Leider belohnen wir uns nicht für den großen betriebenen Aufwand, das müssen wir lernen und in der nächsten Runde besser machen.“ (MiL)

 

Tore: 1:0 (1.) Deubler (Rott, Stocker), 2:0 (2.) Zelenka (Hofmann, Wiedemann), 2:1 (13.) Hammerbauer (Nirschl, Tischendorf), 2:2 (24.) Bräuner (Norris), 2:3 (32.) Federolf (Kranjc, Norris), 2:4 (37.) Hammerbauer (Norris, Grünholz), 3:4 (50.) Meier (Dropmann, Deubler/5-4), 3:5 (58.) Klingler (Farny A., Norris/ENG). Strafminuten Füssen 6, Lindau 10 plus Matchstrafe für Farny D.. Zuschauer 1403.