Der erste Fanstammtisch zur neuen Spielzeit führte die Vertretung des EV Füssen und die Fans ins Schlossbrauhaus Schwangau, einem Sponsor des Vereins. Das feiert zur Zeit sein 10-jähriges Bestehen und so bekam Chef Andreas Helmer vom EVF ein Präsent überreicht. „Ich unterstütze den Verein gerne, mir gefällt vor allem die geleistete Jugendarbeit“, bekannte sich der erfolgreiche Unternehmer zum Eissport in Füssen.
 
Zum ersten Mal vor Ort anwesend war der neue EVF-Coach Janne Kujala. „Extra für den Fanstammtisch“, schmunzelte der Finne, der letzte Woche auch schon einige Spieler bei einer ersten Eiszeit in Augenschein nehmen konnte. Die Kaderplanung läuft, und den Besuchern konnte mit Routinier Florian Simon ein weiterer Spieler vorgestellt werden, der am Kobelhang verbleiben wird. „Wir hatten zuletzt immer viele Verletzte, das ist Pech. Ansonsten hätten wir mehr Spiele gewinnen können. Unser Ziel sollte es sein, Platz 6 oder 7 anzustreben“, so „Blitzi“ zu den Aussichten.
 
Über die sprach auch Thomas Zellhuber, der als zweiter Vorstand momentan nach dem Rücktritt von Lukas Jentsch und dem Abgang von Sportdirektor Andreas Becherer alle Hände voll zu tun hat. „30 bis 40 ehrenamtliche Stunden sind das gerade pro Woche, der Schreibtisch ist schon gut gefüllt“, gab Zelle Einblick. Er bastelt zusammen mit Kujala auch am Kader. Dieser stehe zumindest in der Planung „zu 100 Prozent“ und soll vier komplette Blöcke ohne Förderlizenzspieler beinhalten. Von 14 Spielern liegen bisher unterschriebene Verträge oder mündliche Zusagen vor. Allerdings gestaltet sich alles nicht so einfach. „Beim Thema Füssener Spieler zurück zu holen ist die Erfolgsquote leider sehr gering“, gesteht „Zelle“. „Solange in der Oberliga viel zu hohe Preise bezahlt werden sieht das nicht gut aus. Da wundern sich sogar Vereine aus der DEL2 über die Summen.“
 
Der EV Füssen wird sich da aber nicht verrückt machen lassen und weiter den Weg gehen, der eigentlich für die Oberliga aufgezeigt worden ist: Einbauen von jungen Talenten mit viel Spielpraxis in allen Situationen. Dabei wird der Eissportverein auch wieder auf die funktionierenden Förderlizenzvereinbarungen bauen, welche die jungen Spieler weiter bringt. Falls bei der anstehenden Ligentagung eine dritte Kontingentstelle beschlossen werden sollte, wird der Verein schauen was machbar ist. Dort wird dann auch ein neuer Modus das Thema sein, nachdem mit dem EHC Klostersee ein dreizehntes Team aufgestiegen ist. Unabhängig davon steht auf jeden Fall schon fest, dass man in die Vorbereitung für die neue Saison wieder mit einem Spiel gegen ein Team aus der DEL2 gehen und das nicht der ESVK sein wird.
 
Stichwort neue Saison: Es wird das 100-jährige Jubiläum EV Füssen gefeiert und da sind einige Aktionen geplant. Unter anderem wird an einem besonderen Trikot gearbeitet. Wie alle Vereine hofft man auch beim EVF darauf, dass die starken Einschränkungen auf Grund der Corona-Pandemie der Vergangenheit angehören. „Ansonsten bekommen alle Vereine ein großes Problem“, so Thomas Zellhuber vor dem Hintergrund, dass es dann ziemlich sicher keine staatliche Unterstützung mehr geben wird. Dank dieser Hilfen, diversen Einsparmaßnahmen und vielen Unterstützern bei der Spendenaktion konnte der Eissportverein in der vergangenen Saison wahrscheinlich unter dem einkalkulierten Minus von 40.000 Euro bleiben.
 
Man sieht daher trotz vieler Baustellen optimistisch in die Zukunft, wobei weitere angesprochene Themen auch die Verträge mit der Stadt Füssen und eine mögliche höhere Belastung für den Verein, anstehende Lösung Soundanlage, Videowand für das Stadion (geplant für 2023/24) sowie ausstehende Personalien der letztjährigen Mannschaft waren, über die es bald Entscheidungen geben wird.
 
Ganz klar ist, dass der Verein mit seinen fast 900 Mitgliedern mehr Helfer auf allen Ebenen braucht, damit sich diverse Schreibtische wieder etwas leeren. (MiL)