Ein junger Verteidiger geht weiter beim EV Füssen seinen Weg. Martins Andzs, 21 Jahre alter Deutsch-Lette, wird auch in der kommenden Saison das schwarz-gelbe Trikot tragen. Die vergangene war seine erste im Seniorenbereich, und wie das gesamte Team hatte der Neuzugang aus der DNL des ESV Kaufbeuren zunächst etwas Schwierigkeiten. Martins hat sich dann jedoch schnell an die Oberliga angepasst und sich vom Nachwuchstalent zu einem wichtigen Baustein in der Füssener Verteidigung entwickelt.
Bereits im U17-Bereich hatte Martins Andzs für den EVF gespielt, ehe er nach Ingolstadt wechselte. Danach ging es zurück ins Allgäu, für Kaufbeuren spielte er eine starke Saison, war nach Punkten siebtbester Verteidiger der DNL. Er scorte 32 Zähler in 44 Partien. Hier war er noch als Kontingentspieler im Kader, zur letzten Spielzeit erhielt der 1.84 Meter große Verteidiger aber die deutsche Staatsangehörigkeit. Für den Eissportverein wurde Martins zum Dauerbrenner, bestritt 54 von möglichen 55 Partien. Er schaltete sich auch öfters in die Offensive ein und auch wenn ihm ein eigener Treffer verwehrt blieb, so bereitete er doch zehn Tore vor.
EVF-Vorstand Jörg Noack: „Dass wir Martins Andzs halten konnten, ist für uns ein gutes Zeichen. Er hätte nach dieser Saison auch den schnellen Schritt machen können zu einem größeren Verein – umso mehr spricht es für seine Haltung und für unseren Weg, dass er sich entschieden hat, hier weiter zu arbeiten und sich weiter zu entwickeln. Martins hat seine erste Oberliga-Saison gut gemeistert und vor allem gezeigt, welche Mentalität in ihm steckt. Für einen jungen Spieler und Menschen hat er einen außergewöhnlichen Willen zu gewinnen und sich jeden Tag zu verbessern – deshalb war für uns schnell klar, dass wir weiter mit ihm arbeiten wollen. Martins hat sich über die Saison konstant weiterentwickelt und gehört mittlerweile zu unseren Top-4-Verteidigern. Gerade in Unterzahl hat er einen großen Anteil daran, dass wir als Team erfolgreich sein können. Auch er war neben dem Sport berufstätig – und genau das passt zu dem, wie wir in Füssen arbeiten. Wenn er diesen Weg so weitergeht, wird er in der kommenden Saison den nächsten Schritt machen und uns von Beginn an mit seiner konsequenten, harten Arbeit helfen, Spiele zu gewinnen.“
Im Gespräch mit Martins Andzs
Welchen Einfluss hatte das sportliche Konzept und das Vertrauen der Verantwortlichen auf deine Verlängerung?
„Das Vertrauen der Verantwortlichen, vor allem die Möglichkeit, in entscheidenden Momenten eingesetzt zu werden, war für mich als junger Spieler ein sehr wichtiger Faktor für meine Verlängerung. Ich sehe, wie sich die Mannschaft entwickelt, und möchte Teil dieses Prozesses sein und hier in Füssen dazu beitragen, etwas Erfolgreiches zu erreichen.“
Du hast deine erste Oberligasaison in der Tasche – wie sehr hast du dich als Spieler im Vergleich zum ersten Spieltag verändert?
„Ich lese das Spiel inzwischen deutlich besser und kann auf dem Eis schneller Entscheidungen treffen.“
Was ist die wichtigste Lektion, die du in deinem ersten Jahr im Seniorenbereich gelernt hast?
„Die wichtigste Lektion war, keine Angst zu haben, mit der Scheibe zu spielen, Fehler schnell abzuhaken und sich auf den nächsten Wechsel zu konzentrieren.“
Wie würdest du den ‚Füssener Weg‘ beschreiben, den du ja selbst als Paradebeispiel für junge Talente mitgehst?
„Der „Füssener Weg“ steht für das Vertrauen in junge Spieler und die Möglichkeit, sich auf einem hohen Niveau zu entwickeln. Im Verein bekommen junge Spieler die Chance, sich zu beweisen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit der Mannschaft zu wachsen. Ich erlebe das selbst aus erster Hand und bin überzeugt, dass dieses Konzept sowohl die Spieler als auch das Team insgesamt weiterbringt.“
In welcher Rolle siehst du dich in der kommenden Spielzeit: Willst du mehr Verantwortung in entscheidenden Momenten übernehmen?
„Ich möchte auf jeden Fall noch mehr Initiative übernehmen und eine größere Rolle bei den Erfolgen der Mannschaft spielen.“
Was machst du als Erstes, wenn du nach einer anstrengenden Saison mal komplett abschaltest?
„In den ersten zwei Wochen nach der Saison schalte ich komplett vom Eishockey ab und konzentriere mich darauf, meinen Körper zu regenerieren. Danach geht es schon mit der Vorbereitung auf die neue Saison los.“




