Großer Dank zum Abschied: Neue Führung beim EVF

Juli 23, 2026 | Allgemein, Verein

Groß war der Andrang am Montagabend im Schlossbrauhaus Schwangau. 140 Mitglieder des EV Füssen sowie viele Zaungäste waren bei der ordentlichen Mitgliederversammlung anwesend, um sich über die Situation des EVF zu informieren und die Geschicke für die nähere Zukunft mit zu bestimmen.

Die wichtigste Änderung vorweg: Eine neue Führungsriege wird dem Eissportverein in den nächsten Jahren vorstehen. Markus Kehle (54) stellte sich kurzfristig zur Wahl und wird die Nachfolge von Jörg Noack antreten, dessen Amtszeit somit nach drei Jahren endete. Er hatte den EVF nach der Saison 2022/23 in schwieriger Situation übernommen und die letzten Jahre wieder konsolidiert.

Neben dem Abbau von Schulden stand in dieser Zeit vor allem der Aufbau von Strukturen auf dem Programm, die dem Verein auch in Zukunft helfen werden: Verwaltungsstruktur, Merchandise Konzept, neue Vermarktungsmöglichkeiten durch Sponsoring Konzept, vereinseigener Podcast, Optimierung des Einlasses und Kassensystems, Mitgliederverwaltung, Themenspieltage oder Stützpunktschule. Die angegangenen Aufgaben sind vielfältig und für sein Engagement wurde Jogi Noack auch zurecht mit Standing Ovations verabschiedet.

Neu wird in der Führungsriege neben Markus Kehle, der dem Verein bereits von 2018 bis 2021 in ehrenamtlicher Funktion vorstand, der hauptamtliche Nachwuchstrainer Andrè Hofmann sein. Er erklärte sich bereit, den vakanten Posten des zweiten Vorstands zu übernehmen. Die bisherige Kassiererin Katja Hipp wird von Nicole Eikmeier ersetzt. Der erweiterte Vorstand wurde wortwörtlich erweitert, ihm gehört neben Thomas Allgaier, Johannes Böck, Marc Meier, Felix Warmann und Franz Zimmermann nun auch Florian Jung an. Erweitert wurde zudem der Wirtschaftsbeirat, hier können neben Jörn Bargholz, Jürgen Jentsch und Christian Kallenbach die ehemaligen EVF-Spieler Peter Hartung und Michael Weisenbach begrüßt werden.

Jörg Noack ließ die vergangenen drei Jahre nochmals Revue passieren, stellte dabei aber auch die Probleme heraus, mit denen der Verein weiter zu kämpfen hat. So konnte die Last der Altschulden zwar von 300.000 auf 58.000 Euro reduziert werden, allerdings sind in den letzten Jahren durch stark gestiegene Kosten in vielen Bereichen wieder neue Schulden hinzu gekommen. Der aktuelle Stand der Verbindlichkeiten liegt bei ca. 185.000 Euro. Vor dem Hintergrund, dass ein „Weiter so“ im finanziellen Sinn nicht mehr vertretbar war, ist auch die Kündigung von DNL-Trainer Georg Holzmann zu sehen, dessen Verdienste unbestreitbar sind. Mit ihm soll zeitnah ein Aufhebungsvertrag abgeschlossen werden. Für die Zukunft musste der EVF zudem die schwere Entscheidung treffen, die Anzahl der hauptamtlichen Nachwuchstrainer von drei auf zwei zu reduzieren.

Eine Satzungsänderung soll helfen, weitere Kosten einzusparen. Dabei geht es auch um Arbeitseinsätze für aktive Mitglieder, die durch ehrenamtliche Arbeit die Ausgaben gerade im Bereich der Spieltagsordner senken können. Eine Erhöhung des Ausbildungskostenzuschusses ist ebenso angedacht. Für die neue Vorstandschaft gilt es zudem, die Suche nach Sponsoren zu verstärken. Durch den Abstieg von Kaufbeuren wird es auch zu mehr zuschauerträchtigen Heimspielen kommen, für die ein Umzug in die Arena vorgesehen ist.

Der Verein kann also durchaus auch optimistisch in die Zukunft blicken, zumal Bürgermeister Maximilian Eichstetter sehr gute Nachrichten zum Bundesstützpunkt parat hatte. Hier sind Sanierungsarbeiten und Aufwertungen im vollem Gange. Bis zum Jahr 2031 werden rund 20 Millionen Euro in den Erhalt und die Modernisierung der Eisstadien am Füssener Kobelhang investiert worden sein, wovon auch der EV Füssen sehr profitieren wird. Videowall, Soundanlage, Toiletten, Wärmepumpe, Sanierung der Kabinen sind nur einige Punkte, welche die Infrastruktur am Standort aufwerten. Dafür geht ein großer Dank an die Stadt Füssen, den engagierten Bürgermeister sowie auch die BLZ-Leitung, die voll hinter dem Eissportverein stehen.

Maximilian Eichstetter hatte in diesem Sinne zum Abschuss auch noch eine Botschaft parat: „Wenn man fünf Spiele gewinnt ist man der König. Verliert man fünf wird man durch die Stadt gejagt, das ist überall so. Wer dem Verein wirklich helfen will geht aber trotzdem ins Stadion, denn da zählt jeder Euro. Die Jungs geben alles, auch wenn sie mal verlieren. Die nächsten Jahre werden nicht leichter, die Wirtschaft schwächelt. Es gilt für alle, zusammen zu halten.“

Für den neuen Vorstand Markus Kehle und seine Mitstreiter stehen nun die Vervollständigung des Oberligakaders sowie der Start des Dauerkartenverkaufs auf dem Programm. Zwei von vielen Punkten, die angegriffen werden müssen. Doch der ehemalige Bundesligastürmer macht in seiner ersten Botschaft gleich klar: „Wir wollen den Verein voran bringen. Ich freue mich auf ein tolles Team, wir geben Vollgas.“

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