Spannende Matches, gutes Eishockey und auch ein bisserl „Drama pur“ wurde allen Freunden des gepflegten Hockeysports in den vergangenen Tagen am Füssener Bundesstützpunkt geboten. Die Eishockey-Olympiaqualifikation der Damen gastierte im Allgäu, heiße Duelle „auf Eis“ waren vorprogrammiert. Zu den strahlenden Sieger sollten schlussendlich die dänischen Nationalspielerinnen avancieren, die der deutschen Auswahl kurz vor dem Ziel den erhofften Turniersieg und die damit verbundene Olympia-Quali noch vor den Augen wegschnappten. „Blöd gelaufen“, kann man da nur sagen – an der Fan-Unterstützung in der Eishalle kann es aber jedenfalls nicht gelegen haben. Schließlich haben wir gleich zum Turnierauftakt unsere U7/U9/U11-Garde ins Stadion eingeschleust – in der „geheimen Mission“, ordentlich Rambazamba auf den Tribünen zu veranstalten. Um die deutschen Damen zum Sieg zu peitschen, und den eigenen „Teamspirit“ neu zu entfachen.

Groß waren da die Augen der Kinder, die am vergangenen Donnerstagabend immer mal wieder in Richtung ihrer Trainer und Betreuer blickten. „Geflasht“ von dem ganzen „Tamtam“, das sich da um sie herum so abspielte. Dutzende TV-Kameras, Männer und Frauen in schicken Anzügen, „Statistik-Spezialisten“ und jede Menge „commercial breaks“ – ziemlich viel Unbekanntes für so einen kleinen Eishockey-Zocker, der sonst nur die Zurufe seines Trainers, vielleicht maximal die liebgemeinten Anfeuerungsgesänge seiner Eltern aus dem Eishockeystadion kennt. „Da waren sie alle schon ziemlich beeindruckt“, berichtet Füssens hauptamtlicher Nachwuchstrainer Andreas Jorde hinsichtlich eines „unvergesslichen“ Abends. Immer wieder sei die Aufmerksamkeit seiner 25 schwarz-gelben Nachwuchsspieler dabei neben statt auf die Eisfläche gewandert.

Herrschte da etwa ein mangelndes Interesse an Power-Frauen-Eishockey? Natürlich nicht – aber sind wir uns mal ehrlich: So ein blaues Plüschtier in Eishockeymontur und Deutschlandtrikot, das kann schon ordentlich ablenken. „Urmel“, so heißt der kuschelige Übeltäter, der nicht nur Kinderherzen für sich zu erobern versteht, sondern hauptberuflich auch noch das Maskottchen des Deutschen Eishockeybundes ist. Dass es eben jener den kleinen Tribünengästen ordentlich angetan hatte, wusste auch Andreas Jorde im Nachgang mit einem Schmunzeln zu erzählen. Urmel wäre für die Kinder das „absolute Highlight“ gewesen, bis weit nach dem Spiel hätte der beliebte Botschafter des deutschen Eishockeys immer wieder Autogrammkarten unterschreiben sowie Deutschlandfahnen verteilen müssen.

Auch das „Klatschpapier“ war dabei inklusive, welches die Füssener Nachwuchs-Cracks auch gleich sinnvoll einzusetzen wussten. Voller Tatendrang wurde lautstark „Deutschland, Deutschland“ gegrölt, dazu im Rhythmus in die Hände geklatscht. Gebracht hat diese Eins-A-Anfeuerung allerdings (zumindest statistisch) recht wenig: Die deutschen Hockeydamen unterlagen im Nachbarschaftsvergleich mit 0:3 dem Team Österreich.

Traurig war man im U7/U9/U11-EVF-Lager deshalb aber nicht. Viel zu sehr wiegte das Erlebnis als solches den nicht ganz optimalen Spielausgang auf. Ein Teamevent wie dieses erlebt so ein junger Eishockeyspieler wohl nur einmal in seinem Leben – umso größer war nach Schlusssirene die Dankbarkeit der Kids für diesen wirklich „saucoolen“ Abend. Einem Abend, an dem sie Eishockey auf allerhöchster Ebene hatten live mitverfolgen können, und wo sie eingetaucht waren, in die große Welt des Profieishockeys mit all seinem „Tamtam“ und „Drumherum“. Unfassbar wertvolle Erfahrungen, die, und da waren sich die Füssener Trainer alle einig, womöglich kein zweites Mal wiederkommen. Deshalb hatte man sich bereits im Vorfeld beim Deutschen Eishockeybund um Tickets bemüht – und war nicht enttäuscht worden. „Uns wurden die Karten sofort zur Verfügung gestellt“, ist an dieser Stelle Andreas Jorde voller lobender Worte.

Die Dankbarkeit der Füssener Kinder möchte der Nachwuchstrainer daher direkt an den DEB weiterleiten: „Vielen lieben Dank für die Tickets!“ Nur durch diese wäre die Umsetzung dieses Teamevent der „ganz besonderen Art“ möglich gewesen. Die gesammelten Eindrücke sollen Füssens Nachwuchsspieler nun positiv in Erinnerung behalten, und am besten gleich direkt auf ihre eigenen Karrieregänge ummünzen. Schließlich haben auch die deutschen Nationalspielerinnen einmal klein angefangen, sich dann mit viel Konsequenz und Ehrgeiz „step by step“ nach oben gearbeitet. Dass genau diesen Weg auch einmal die jungen Füssener Olympiaquali-Ehrengäste einschlagen werden, da sind wir uns beim EV Füssen ziemlich sicher. Am Kobelhang, da vertrauen wir schließlich auf unsere Nachwuchsvisionen – und hoffen dabei, dass sich unsere Jugendstars in Zukunft nicht mehr allzu sehr von Maskottchen-Star Urmel ablenken lassen. 😉